Schleswig-Holstein - Kreis Pinneberg













Der Kreis Pinneberg liegt im Süden Schleswig-Holsteins und wird von der Elbe, vom Kreis Steinburg, vom Kreis Segeberg und von der Freien und Hansestadt Hamburg begrenzt. Er geht vor allem zurück auf die gegen Ende des 13. Jahrhunderts durch die schauenburgischen Landesteilungen entstandene Grafschaft Holstein-Pinneberg, aus der 1640 die Herrschaft Pinneberg und bald darauf die Grafschaft Rantzau hervorgingen. 1867 wurde der preußische Kreis Pinneberg gebildet durch Zusammenlegung der Herrschaft Pinneberg (ohne Ottensen, Neumühlen, Poppenbüttel und Hummelsbüttel), der Grafschaft Rantzau (die seit 1726 unter der Verwaltung eines königlichen Administrators stand), des Klosters Uetersen (mit Ausnahme des Patrimonialgutes Horst und der Vogtei Krempdorf, die zum Kreis Steinburg kamen), der adligen Güter Haselau, Haseldorf und Seestermühe sowie des Kanzleigutes Flottbek.

In der Folgezeit waren viele Gebietsänderungen zu verzeichnen. Bereits 1890 wurden die Landgemeinden Oevelgönne, Othmarschen und Bahrenfeld der Stadt Altona zugeschlagen. Im Jahre 1927 gingen die Landgemeinden Stellingen-Langenfelde, Eidelstedt, Lurup, Osdorf, Groß Flottbek, Klein Flottbek, Nienstedten, Blankenese, Rissen und Sülldorf an Altona. Durch das Groß-Hamburg-Gesetz kam 1937 die Gemeinde Lokstedt (zu der auch Niendorf und Schnelsen gehörten) zu Altona, das seinerseits mit Hamburg vereinigt wurde. Im Jahre 1951 wurde aus dem Forstgutsbezirk Rantzau und aus Gebietsteilen der Gemeinden Heede, Langeln und Lutzhorn eine neue Gemeinde Heidmoor gebildet, die dem Kreis Segeberg zufiel. Die jüngste Gebietsabtretung ergab sich 1969 durch die Zusammenfassung der Gemeinden Garstedt und Friedrichsgabe aus dem Kreis Pinneberg mit den Gemeinden Glashütte und Harksheide aus dem Kreis Stormarn zur Stadt Norderstedt, die dem Kreis Segeberg zugeschlagen wurde. Nur einen Gebietszugewinn hat der Kreis Pinneberg zu verzeichnen: seit dem 1. Oktober 1932 Insel und Gemeinde Helgoland. Von 1922 bis 1932 war Helgoland ein selbständiger Inselkreis gewesen, davor - seit der Zugehörigkeit zu Deutschland 1890 - Teil des Kreises Süder-Dithmarschen. Die Kreisreform von 1970 hat für den Kreis Pinneberg keine Gebietsveränderungen gebracht.

Die Verschiedenheit der historischen Bestandteile des Kreises Pinneberg hat eine unterschiedliche Überlieferung der Archivalien - auch hinsichtlich der Lagerorte - zur Folge. Festzuhalten ist, daß die Archivalien aller Territorien, aus denen der Kreis Pinneberg 1867 gebildet wurde, in die zuständigen Archive gelangt sind; lediglich die jüngsten Akten der Herrschaft Pinneberg - etwa ab 1830 - sind seinerzeit von dem neu gegründeten Kreis Pinneberg übernommen worden. Unglücklicherweise wurden diese, nachdem man sie für die Erledigung der laufenden Geschäfte nicht mehr benötigte, ohne Konsultation des Staatsarchivs vernichtet. Ein Kreisarchiv gab es damals noch nicht. Dieser Umstand sollte sich nicht nur für die eben genannten Akten nachteilig auswirken; auch von den ab 1867 entstandenen Akten sind bedauerlicherweise erhebliche Mengen in Verlust geraten. Ein anderer umfangreicher Teil der Kreisakten ist nach Inkrafttreten des Groß-Hamburg-Gesetzes 1937 an die für die abgetretenen Gemeinden zuständigen hamburgischen Behörden abgegeben worden. Weitere Akten, die bis Ende 1950 beim Kreis Pinneberg entstanden sind, wurden, soweit sie archivwürdig waren, im mehreren Lieferungen an das Landesarchiv abgegeben.

Das Kreisarchiv Pinneberg ist 1985 gegründet worden. Es ist grundsätzlich als Verwaltungsarchiv für die Kreisverwaltung Pinneberg konzipiert. Außer dem Bestand "Akten", der 1951 beginnt, sind folgende Sammlungen vorhanden: Hand- und Druckschriften, Planmaterial, Zeitungsausschnitte und Periodika, Karten und Pläne sowie ein Foto- und Bildarchiv. Daneben befindet sich eine Archivbücherei im Aufbau. Die Sammlungen enthalten auch Material über die kreisangehörigen Städte, Gemeinden und Ämter. Umfang des Archivs: 92 Regalmeter Akten, 42 Meter Hand- und Druckschriften, 2 Meter Karten und ca. 2.740 Verzeichnungseinheiten Fotos/Dias. Neben der Verwaltungsbücherei (ca. 5.000 Bücher) befindet sich in der Handbücherei des Archivs eine umfangreiche Chroniksammlung über die Orte des Kreises Pinneberg.



Kreisarchiv Pinneberg, Drosteipark 19, Postfach 1751, 25407 Pinneberg, Telefon 04101/212393 oder 212200, Telefax 04101/209137; Öffnungszeiten: Montag-Freitag 8.30-12 Uhr und nach Vereinbarung